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Väter spielen anders – Mütter aber auch

FamiLIEnleBEn
Veröffentlicht von in Vater · 10 Mai 2015
Väter spielen anders – Mütter aber auch
 
Gestern war es wieder soweit – der Väter-FABEL-TAG hat stattgefunden. Ein Tag, vor dem ich immer sehr aufgeregt bin. Das hängt einerseits damit zusammen, dass ich die Papas vorher kaum kennengelernt habe (dafür die Kinder aber schon eine Weile begleitet habe) und andererseits ich hoffe, die Erwartungen der Väter an diese Stunde zu erfüllen.
 
Väter spielen nun mal anders. Ein Anders, welches die Kinder zum Aufwachsen und Reifen benötigen. Sind wir Frauen meist vorsichtiger, sehen die Spielen mit Papa teilweise etwas wilder aus. Sie spielen eher bewegungsintensiver, während Frauen mehr sprachlich spielen. Eins meiner Kinder hatte es mal liebevoll auf den Punkt gebracht – „Papa ist zum Toben da und du Mama, wenn ich mal Trost brauche!“ Somit fördern Mütter und Väter unterschiedliche Zusammenhänge der kindlichen Entwicklung.
 
Vatersein bedeutet (wie auch Muttersein) ein große Herausforderung. Man selbst hat große Ansprüche sich. Als Kind hat man eine bestimmte Art der  Erziehung genossen und diese mit der Partnerin unter einem Hut zu bringen, ist manchmal nicht einfach. „Werde ich den Ansprüche meiner Frau gerecht und werde ich ein guter Vater sein?“: sind oft große Sorgen werdender Väter. Auch wenn die Gesellschaft sich geändert hat und Väter zunehmend mehr in die Verantwortung genommen werden, nehmen immer noch mehr Frauen als Männer die Elternzeit und verbringen somit die meiste Zeit mit ihrem Kind. Eine Zeit, wo man sich kennenlernt und zusammenwächst.
 
Ich bin zwar selber eine Frau, aber ich weiß, welche Anforderung ich an meinen Mann beim 1. Kind hatte. Und doch wiederum den Zweifel, ob er denn alles richtig mache – so wie ich es haben wollte. Ein Kind als Familie zu begleiten, bedeutet beide Wege einzugehen – den weiblichen und den männlichen.
 
Und so versuche ich die VÄTER-FABEL-STUNDE dem etwas anzupassen. Der Bewegungsteil bekommt mehr Raum und der Teil der Beobachtung ist etwas kürzer. Ich erzähle Dinge, die für Väter besonders wichtig sein könnten. Ansonsten ist die Stunde wie jede andere Stunde auch. Und man spürt, wie Frauen und Männer in bestimmten Situationen identisch reagieren:
 
In einer Papastunde war z.B. ein kleines Mädchen nicht gut drauf. Die Nacht war einfach zu kurz und so hatte sie keine Lust mitzuspielen. Bei der kleinsten Irritation weinte sie herzzerreißend. Der Papa entschuldigte sich und wollte nach draußen gehen. Das Spannende dabei war, dass die meisten Mütter es genauso tun. Wenn ihre Kinder viel weinen, entschuldigen sie sich und wollen den Raum verlassen. Wie bei den Müttern auch, versuchte ich den Papa zu ermuntern, im Raum zu bleiben. Weinen ist nun mal eine natürliche kindliche Reaktion und im Endeffekt sitzen allen anderem in Raum und denken: „Zum Glück ist es nicht mein Kind!“ und stören tut es keinen. Denn welches Kind weint nicht?! Der Papa blieb im Raum und wiegte seine Tochter im Stehen mit beruhigenden Worten. Das Faszinierende war, was daraufhin folgte. Alle Väter standen auf und wiegten ihre Kinder, während ich das Entspannungs- und Abschlusslied sang.
 
Zum Glück legt sich meine Aufregung sobald die Stunde beginnt. Es ist immer wieder schön zu beobachten, wie verbunden die Väter mit ihren Kindern sind und wie sie sich auf das Spiel einlassen können. Besonders freue ich mich, wenn die Männer nach den 1 ½ Stunden, mit folgenden Worten an mich gerichtet, nach Hause gehen:
 
„Danke, dass wir dabei sein durften. Nun weiß ich, was Ihr hier Schönes macht.“
 
„Die Lieder kenne ich auch.“
 
„Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit dafür genommen hast.“
 
Diese Stunden sind einfach großartige Erfahrungswerte für mich und so möchte ich auch Danke sagen – DANKE, dass Ihr da wart und ich Euch kennenlernen durfte!!!!
 
Eure Sabine



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