Für gesunde Zähne von Anfang an

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Für gesunde Zähne von Anfang an

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Veröffentlicht von Sabine Lesch-Kaiser in Gesundheit · 13 Mai 2021
Viele Eltern haben das Problem mit den unterschiedlichen Empfehlungen von verschiedenen Fachkräften bezüglich der Kariesprophylaxe für Säuglinge und Kleinkindern klarzukommen. In den letzten Jahren gab es oft entgegengesetzte Hinweise zur Einnahme von Fluorid. Empfahlen Kinderärzt*innen meist die Gabe von Fluorid-Tabletten (in Kombination mit Vitamin D), wurde von Zahnärzt*innen und Hebamme nur die Einnahme vom Vitamin D (in Tabletten- oder Tropfenform) im 1. Lebensjahr empfohlen und erst mit dem 1. Zahn wurde das Zähneputzen mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta geraten.

Doch seit dem 29.04.21 ist das nun (hoffentlich) anders! Denn im Rahmen des Netzwerkes „Gesund ins Leben“ haben sich die entsprechenden Fachverbände zusammengesetzt und einheitliche Richtlinien beschlossen. Damit können Eltern wieder mehr Sicherheit und Vertrauen von den begleitenden Fachkräften erleben.

Doch was hat sich nun geändert? Ich habe euch einmal eine bildhafte Übersicht zusammengestellt:



Neu ist die durchgehende Gabe von Fluorid in den ersten 6 Lebensjahren – sei es als Tablette (bis zum ersten Zahn bzw. zum 1. Geburtstag oder in Kombination mit Zahnpasta ohne Fluorid bis zum 2. Geburtstag) oder als Gabe von außen durch das Putzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta ab dem 1. Zahn.

Durch diese einheitlichen Richtlinien erhoffen sich die Fachverbände eine noch bessere Zahnhygiene, denn derzeit sind immer noch etwa die Hälfte der 6- bis 7-jährigen von Karies betroffen.

Für einen besseren Überblick findet Ihr hier die Richtlinien für die jeweilige Altersstufe eures Kindes:



Von Geburt bis zum Zahndurchbruch

Babys sollen bis zum Durchbruch des 1. Zahnes bzw. zum 1. Geburtstag jeden Tag eine Tablette mit 0,25 mg Fluorid und 400 / 500 I.E. Vitamin D (Kombinationspräparat) erhalten. Diese kann mit etwas Flüssigkeit (Muttermilch, Wasser) verabreicht werden.

Damit Kinder das Zähneputzen als etwas Angenehmes empfinden, empfehle ich allen Eltern ihren Kindern regelmäßig die „Zähne zu putzen“, ohne dass die Milchzähne schon da sind. Damit meine ich das leichte Massieren des Zahnfleisches, welches Ihr mit einem sauberen Mulltuch oder Fingerling durchführen könnt. Wählt am besten eine regelmäßige Uhrzeit, damit euer Kind das Putzen wie liebevolles Ritual erlebt. Sollte euer Kind einmal nicht den Mund aufmachen (weil es vielleicht Zähne bekommt), dann ist es überhaupt kein Problem, wenn Ihr an diesem Tag das „Zähneputzen“ einmal auslasst. Gebt eurem Baby einen Waschlappen mit abgekochtem Wasser zum Herumkauen und schon reinigt es sein Zahnfleisch von selbst.



Von 1. Zahn bis zum 1. Geburtstag

Die schlaflosen Nächte sind vorbei und der erste Zahn ist da? Sobald sich der 1. Zahn blicken lässt, werdet Ihr neue Empfehlung von eurem Kinderarzt/-ärztin zur Frühkindlichen Untersuchung oder bei der ersten ZU1 (Zahnärztliche Untersuchung) erhalten.

Ab jetzt sind 2 verschiedene Maßnahmen möglich:
1.     Ihr putzt bis zu 2x am Tag mit Wasser oder einer Zahnpasta ohne Fluorid und gebt eurem Kind zusätzlich weiterhin das Kombinationspräparat Fluorid mit Vitamin D, welches euch vom Kinderarzt/-ärztin verschrieben wird.

oder

2.      Ihr putzt eurem Kind 2x täglich die Zähne mit einer Zahnpasta, die einen Fluoridgehalt von 1000 ppm enthalten soll. Die Größe der aufgetragenen Zahnpasta sollte maximal Reiskorngröße haben. Die zusätzliche Gabe von Fluorid in Tablettenform ist nun nicht mehr nötig.

Auch hier solltet Ihr immer die Grenzen eures Kindes beachten und es niemals zwingen, dass es den Mund aufmacht. Zahnputzlieder und spielerisches (vielleicht gegenseitiges) Zähneputzen kann dabei helfen, dass Zähneputzen ohne Zwang und Druck gelingt.



Von 1. bis zum 2. Geburtstag

Nach und nach kommen alle Milchzähne. Bitte wundert euch nicht, wenn sich noch kein Zähnchen bis zum 1. Geburtstag blicken lässt – manchmal lassen sich die Zähne Zeit und brechen erst im 2. Lebensjahr durch. Wann habt Ihr als Eltern eure Zähne bekommen?

Euer Kinder- bzw. Zahnarzt/-ärztin wird euch die entsprechenden Maßnahmen für die zukünftige Zahnhygiene nennen. Laut den aktuellen Richtlinien werden nun die Zähne 2 bis 3x täglich mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta (1000 ppm Fluorid) geputzt. Da Kinder in diesem Alter noch nicht die richtige Größe einschätzen können und auch noch nicht entsprechende Handmotorik besitzen, sollten Eltern immer die benötigte Menge (Reiskorngröße) auf den Zahnbürstenkopf tun. Wählt am besten eine Kinderzahnbürste mit einem kleinen Kopf, um an alle kleinen Zähne zu gelangen.

Bitte achtet auch in diesem Alter auf eine achtsame begleitende Zahnpflege. Je mehr Ihr euer Kind zum Zähneputzen zwingt, umso weniger hat es Spaß daran und wird vielleicht irgendwann nicht mehr den Mund öffnen.



Von 2. bis zum 6. Geburtstag

Das Lächeln eures Kindes wird immer mehr von Zähnen geschmückt. Für das jeweilige Alter eures Kindes werdet Ihr immer die entsprechenden Richtlinien von eurem Kinder- und Zahnarzt/-ärztin erhalten.

In dieser Altersspanne wird das Putzen der Zähne 2 bis 3 x täglich am Tag empfohlen. Die erwachsenen Bezugspersonen geben die benötigte Menge von fluoridhaltiger Zahnpasta auf den Kopf der Zahnbürste. Um eine Überdosierung von Fluorid zu vermeiden und die Menge von 0,25 g Zahnpasta (Erbsengröße) nicht zu überschreiten, ist es sinnvoll, wenn Eltern und Bezugspersonen, die gebrauchte Menge auf den Kopf streichen.

Zunehmend mehr lernen Kinder mehr das richtige Zähneputzen und benutzen Ihre Hände dementsprechend. Deshalb können Erwachsene ihren Kindern anfangs das Putzen selbst überlassen und zum Ende hin aber noch einmal nachputzen (bis zur sicheren Schreibschrift).



Durch verschiedene Medien werden Eltern oft wegen der Gabe von Fluorid verunsichert. Wenn Ihr die tägliche empfohlene Menge nicht überschreitet, braucht Ihr euch nicht sorgen. In den Medien wird meist von Fluor gesprochen und nicht von Fluorid, welches Ihr als Tablette oder Zahnpasta verwendet.

Die European Food Safety Authority (EFSA) hat einen Wert von 0,1 mg pro Kilogramm / Körpergewicht und Tag festgelegt (unter Berücksichtigung von Risiko und Nutzen). [EFSA 2013]. Als optimalen Wert legt sie einen optimalen Wert von 0,5 mg pro Kilogramm/Körpergewicht und Tag [Mejare 2018] fest. Für diesen Wert wurden fluoridhaltige Nahrungsmittel, Salz und die Menge der eventuell geschluckten Zahnpasta mitberücksichtigt.

Vielleicht müsst Ihr auf den Fluoridgehalt bei Gabe von zusätzlichen Lebensmitteln und Flüssigkeiten achten (z.B. bei der Gabe von Wasser im Zusammenhang bei der Zubereitung der Säuglingsmilchnahrung). Sollte das Leitungs-, Baby- bzw. Mineralwasser einen Fluoridgehalt von 0,3 mg pro Liter (oder mehr) enthalten, kann in Absprache mit ärztlichen Fachkräften auf die Gabe von Fluoridtabletten verzichtet werden. Sprecht am besten mit den Ärzten eures Vertrauens.

Ob Fluorid oder nicht – zusätzlich sollte Ihr auf grundsätzliche Dinge, wie das Vermeiden von Dauernuckeln, das Trinken aus einem Becher und Dosieren von süßen Nahrungsmitteln achten.

Dann werden eure Kinder noch lange so schön lächeln. Denkt bitte immer daran – Ihr seid das Vorbild für eure Kinder und gesunde Zähne brauchen Pflege von Anfang an.

Eure Sabine

Quellen:

www.zm-online.de/archiv/2021/09/zahnmedizin/einigung-auf-fluoridempfehlungen-fuer-kleinkinder/ (Stand: 13.05.21; 21:43 Uhr)
www.gesund-ins-leben.de/netzwerk-gesund-ins-leben/aktuelle-meldungen/meldungen-2021/neue-einheitliche-empfehlungen/ (Stand: 13.05.21 21:44 Uhr)



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