Familienalltag - FamiLIEnleBEn

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Die Gaben des Spätsommers

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Herausgegeben von in Rezepte ·
Bei uns hat die „Schnippel-Jahreszeit“ begonnen. Seit Tagen liegen die Messer kaum noch im Besteckkasten und auch der Dörrapparat (extra für diese Jahreszeit angeschafft) läuft auf Hochtouren. Auch wenn diese Zeit sehr anstrengend ist, liebe ich sie – der Sommer verabschiedet sich auf leisen Sohlen und meine Lieblingsjahreszeit beginnt. Mit den Gaben des Sommers können wir uns auch auf den Winter vorbereiten …

Ich esse gern regionales, saisonales Gemüse und Obst, da es weniger mit Schadstoffen belastet und wirklich sonnengereift ist. Deshalb nutzen wir gern die Fülle unseres Gartens. Aber auch wenn man keinen Garten oder Balkon besitzt, gibt es viele Möglichkeiten frisches Obst und Gemüse der Region „winterfest“ zumachen. An einigen unserer Kostbarkeiten möchte ich Euch gern teilhaben lassen:

Äpfel

"An apple a day keeps the doctor away."  Dieser bekannte Spruch, der erstmalig im  Jahre 1866 in einer walisischen Zeitschrift  auftauchte,  heißt übersetzt etwa "Ein Apfel am Tag - Arzt gespart!".  

Und an diesem Spruch ist viel dran, denn Äpfel zählen zu den gesündesten Lebensmitteln, weil sie viele Vitamine (z.B. Provitamin A, B-Vitamine, Vitamin C, Folsäure) und Spurenelement/Mineralstoffe wie Kalium, Eisen, Magnesium enthalten. Dafür haben sie aber kein Fett und kaum Kalorien. Da die Vitamine direkt unter der Schale sitzen, ist es sinnvoll, den Apfel nicht zu schälen. Je nach Apfelsorte, könnt Ihr den Apfel kühl und trocken lagern. Sollte Ihr keine Möglichkeit der Lagerung haben, gibt es noch andere Methoden, Äpfel längere Zeit haltbar zu machen.

Apfelchips

Wir haben das große Glück, einen Dörrautomaten zu besitzen. Weil wir Apfelchips als kleine und gesunde Nascherei für Zwischendurch lieben, läuft dieser im Moment Tag und Nacht durch. Hierfür entfernen wir nur das Kerngehäuse und schneiden die Äpfel in dünne Scheiben. Bei ca. 50 Grad und viel Geduld werden die Äpfel nun getrocknet und für den Winter haltbar gemacht (falls sie überhaupt solange liegen bleiben, denn sie schmecken so gut!!!). Selbstverständlich könnte man auch die Äpfel im Backofen trocken. Dafür benötigt man aber die gleiche Anzahl von Stunden, was sich das in der Stromrechnung wiederspiegelt. Bitte lasst den Backofen einen Spalt offen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.

Eine preiswerte und einfache Möglichkeit des Trocknens habt Ihr, wenn Ihr das Kerngehäuse mit einem Apfelausstecher entfernt und den Apfel in dünne Scheiben schneidet. Anschließend werden die entstandenen Apfelringe auf eine lange Schnur aufgefädelt und an einem trockenen Platz auf gehangen. Der positive „Nebeneffekt“ – Ihr habt eine schöne Herbstdeko.

Apfelmus

Eine Form des Haltbarkeitsmachens ist die bekannte Herstellung von Apfelmus. Hierfür werden Äpfel geschält (hat der Apfel eine dünne Schale kannst du das Schälen gern weglassen), entkernt und in Vierteln geschnitten. Anschließend die Äpfel mit etwas Wasser benetzen und einen Spritzer Zitronensaft (dann wird die Masse nicht braun) dazugeben. Ich selber zuckere das Apfelmus nicht, da wir die Natursüße mehr mögen. Je nach Konsistenzwunsch köcheln lassen, danach pürieren oder mit einem Passiersieb passieren. Wir füllen das heiße Apfelmus in ebenso heiße Twist-Off-Gläser und drehen die Gläser danach sofort für 5 Minuten auf den „Kopf“. Bei dieser Methode ist das Apfelmus nicht ganz solange haltbar (ca. 6 Monaten, wenn es an einem kühlen Ort steht) wie beim Einkochen, aber für uns einfacher zu handhaben.

Ein kleiner Tipp – wandelt Euer Apfelmus durch Zugabe von Zutaten von Zimt, püriertes Mango- oder Birnenmus, Vanille oder Rosinen einfach mal ab!

Apfeltee

Solltet Ihr Eure Äpfel schälen, bleiben natürlich Schalen übrig. Sind die Äpfel aus dem eigenem Garten oder aus Bioqualität, spricht nichts dagegen, auch die Schalen zu verwenden. Bei frischen Apfelschalen füllt Ihr eine Teekanne voll mit Schalen und übergießt sie mit heißem Wasser. Anschließend könnt Ihr nach Belieben süßen. Sollten wir mal mehr Schalen übrighaben, als der tägliche Apfeltee benötigt, trocken wir die Schalen mit unserem Dörrautomat. Sie trocknen aber auch auf einem auslegten Küchenkrepp an einem sonnigen Platz auf der Fensterbank oder im Backautomat. Dieser Tee enthält definitiv keine künstliche Aromen und ist ein köstliches Erfrischungsgetränk. Für eine große Tasse benötigt Ihr 1 bis 2 Teelöffel getrocknete Apfelschalen.

Apropro Apfeltee besitzt kein Teein, sondern hat eine beruhigende und ausgleichende Wirkung, die besonders auf Kinder wirkt. Auch das Immunsystem wird durch das tägliche Trinken gestärkt.

Apfelsaft

Apfelsaft ist schnell und einfach ohne Entsafter hergestellt. Hierfür werden die gewaschenen Äpfel (ca. 2 kg) entkernt und in Viertelstücken geschnitten. Danach kommen sie in einen Topf und mit Wasser bedeckt. Dann könnt Ihr sie ca. 20 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Währenddessen bereitet Ihr einen weiteren Topf vor. In diesem Topf kommt ein Sieb, auf dem Ihr ein sauberes Geschirrhandtuch legt. Nach den 20 Minuten werden Saft und Apfelstücke in das Sieb mit dem Geschirrhandtuch gekippt und gut ausgedrückt. Den entstandenen Saft könnt Ihr nach Bedarf und Geschmack süßen. Anschließend muss der Saft noch mal 15 bis 20 Minuten kochen. Zwischendurch immer mal wieder umrühren und den Schaum, der eventuell dabei entsteht, mit einem Löffel vorsichtig abnehmen. Zum Schluss kommt noch die Einmachhilfe (ein halbes Päckchen), die Ihr im Supermarkt kaufen könnt,  in die Flüssigkeit und der fertige Apfelsaft kann in Flaschen abgefüllt werden.  

Wissenswertes – verdünnter Apfelsaft hilft bei Fieber und Durchfall!

Wusstet Ihr eigentlich, dass geriebener Apfel (mit Schale) sehr gut gegen Durchfall und warmes Apfelmus bei Verstopfung hilft???

Kürbis
 
Kürbis mag ich erst seit kurzem. Vorher fand ich ihm von Geschmack eher unangenehm – jetzt kann ich nicht genug von ihm bekommen. Das einfachste Rezept, welches auch die Kleinen mitessen können, ist die Kürbissuppe:

Ihr benötigt einen mittelgroßen Kürbis (ich nehme am liebsten den Hokkaido-Kürbis, weil man die Schale mitkochen kann). Den Kürbis teilen (eventuell die Schale entfernen), mit einem Löffel die Kürbiskerne rausnehmen (nicht wegwerfen, damit könnt Ihr noch etwas Tolles machen) und das Kürbisfleisch in kleine Stücke schneiden. Wenn ich nur einen Kürbis zu Hause habe (im Moment haben wir ein kleines Kürbisreich, welches unsere Wohnung verziert), verwende ich nur den Kürbis und Zwiebeln. Ansonsten nehme ich noch 2 Möhren und eventuell noch 4 Kartoffeln dazu. Die Zwiebel wird geschält, klein geschnitten und in etwas Öl angebraten. Wenn die Zwiebel glasig aussieht, kommt der Kürbis dazu (und vielleicht die Möhren / Kartoffeln). Mit Wasser auffüllen, sodass der Kürbis gut bedeckt ist, ungefähr 20 Minuten garen und nach Geschmack mit Salz und Pfeffer (eventuell Gemüsebrühe) abschmecken. Ist das Kürbisfleisch weich, wird das Ganze noch mit einem Pürierstab püriert. Anschließend mit Petersilie garnieren – für Erwachsene und größere Kinder kannst Du noch Creme fraiche oder Sahne und Kürbiskerne hineintun. Hmmh – Lecker!!! 

Wir wandeln das Rezept sehr oft um, z.B. mit Ingwer und Kokosmilch oder mit Chiliflocken als scharfe Variante.

Kürbis eignet sich besonders für Babys und Kleinkinder (ideal auch für die Einführung von Beikost, wenn Kinder Hautprobleme haben) und gehört zu den gesunden Nahrungsmitteln. Deshalb empfehle gern meinen Kurseltern, die Kürbiszeit zum Einfrosten zu nutzen, denn Kürbis lässt sich sehr gut Einfrieren.

Kürbiskerne

Viele werfen die entnommenen Kürbiskerne einfach weg. Dabei könnt Ihr Euch Eure eigenen gerösteten Kürbiskerne ohne großen Aufwand selbstherstellen.

Die gesammelten Kerne werden über Nacht (mind. 12 Stunden) in Salzwasser eingeweicht. Dabei löst sich das restliche Fruchtfleisch vom Kern und die Kerne nehmen den Geschmack vom Salzwasser an.
Nach der Ruhezeit könnt Ihr die Kerne fast problemlos entnehmen und auf ein Backblech legen. Wir besprühen sie noch mit Olivenöl (geht aber auch ohne) und rösten sie bei 200 Grad Celsius ungefähr 20 bis 30 Minuten. Zwischendurch mit einem Holzlöffel bzw. –schieber die Kerne wenden, damit sie gleichmäßig geröstet werden. Sie sollten nicht zu trocken werden, da sie sonst am Geschmack verlieren.

Ein weiteres leckeres Rezept ist der Kartoffel-Kürbis-Brei (auch als Beikostbrei lecker!)

Die Herstellung ist sehr einfach und kann nach Geschmack zu bereitet werden. Möchtet Ihr mehr Kartoffeln ist der Kartoffelanteil höher bzw. liebt Ihr den Kürbisgeschmack, wird der Anteil des Kürbisses erhöht. Beides wird gewaschen, geschält (bei einem Hokkaidokürbis könnt Ihr die Schale dranlassen und mitkochen) und beim Kürbis die Kerne entfernt. Kartoffeln und Kürbis in kleinen Stücken schneiden und mit so viel Wasser auffüllen, sodass alles bedeckt ist. Ca. 30 Minuten kochen lassen bis alles die gewünschte Konsistenz hat. Das restliche Wasser abgießen und alles mit einem Kartoffelstampfer stampfen. Zum Schluss mit Salz, Pfeffer, Muskat (nach dem 1. Geburtstag) und nach Belieben mit Butter würzen.

Auch diesen Brei können Ihr problemlos einfrieren und damit haltbar machen.

Wusstet Ihr eigentlich, dass Kürbis sehr gesund ist? Er zählt zu den kalorienarmen Lebensmitteln und besteht aus 90 % Wasser. Auch die wertvollen Inhaltsstoffe sind beachtlich – so enthält er viel Betacarotin (die Vorstufe von Vitamin A),  Carotinoiden (Schutzfunktion), Kalium und Ballaststoffe. Auch die Kürbiskerne sind in ihren Inhaltstoffen sehr wertvoll. Zwar sind sie sehr kalorienreich (100g enthalten mehr als 500 kcal), dafür gehören sie aber zu die gesunden Fetten. Weiterhin enthalten sie viel Eisen, Magnesium, Phosphor, Selen und Vitamin E.

Und was es sonst noch Leckeres gibt???

Zurzeit beschert uns der Garten noch mit Tomaten und Pfirsichen. Die werden auch im Dörrautomat getrocknet und so entstehen Pfirsichchips und getrocknete Tomaten für zukünftige Nudelaufläufe.
Morgen wartet frische Pfefferminze auf den Automaten und die brauchen wir in den Wintermonaten häufiger. Warum – das verrate ich Euch in einen weiteren Beitrag.



Ihr habt auch ein herbstliches und leckeres Rezept??? Dann immer her damit, denn Ihr wisst doch – ich lerne immer wieder von Euch dazu!

Eure Sabine  



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