Familienalltag - FamiLIEnleBEn

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„Pack die Badehose ein, creme ein dein Kindelein….“

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Herausgegeben von in Gesundheit ·
Endlich ist der Sommer in Deutschland angekommen und die ersten heißen Tage halten Einzug. Ich liebe den Sommer und genieße sehr die warmen Temperaturen. Doch was dem Einen Freud, ist dem Anderen Leid ….

Gerade Eltern stehen oft vor der Frage: „Was muss ich bei solch einem Wetter beachten und was braucht mein Kind?“ 

Damit Ihr und Eure Kleinen gut durch den Sommer kommt, habe ich heute für Euch einmal die wichtigsten Informationen zusammengetragen:

Welcher Sonnenschutz ist wichtig?

Der beste Sonnenschutz ist die Sonne zu meiden, was natürlich nicht immer geht, aber wenn man einige Dinge beachtet, könnt Ihr ohne große zusätzliche Mittel Euer Kind vor der Sonne schützen.

  • die höchste UV-Strahlung ist zwischen 11:00 und 15:00 Uhr – da am besten im Haus bleiben
  • wenn möglich im Schatten aufhalten (Kinderwagen mit UV-Segel oder Sonnenschirm versehen)
  • dünne und langärmelige Kleidung schützt zusätzlich vor der Sonne
  • Sonnenhut (mit Nackenschutz)
  • Söckchen (um die Füße zu schützen)
  • beim Baden im Freien – Badekleidung mit UV Schutz (der UV Protektions-Faktor für Babykleidung sollte bei 30 liegen)

Welche Sonnencreme – mineralisch oder chemisch?

Sonnencremes können einen mineralischen und/oder chemischen Filter enthalten. Damit Ihr beide vergleichen könnt, habe ich sie Euch in einer Tabelle aufgeschrieben:

Auf der folgenden Seite seht Ihr Sonnencremes nach Inhaltsstoffen aufgelistet:


Wissenswertes zum Thema „Sonnenschutz“ findet Ihr auch auf der Seite:


Der angegebene LSF bezieht sich nur auf die UVB – Strahlen (sonnenbrandauslösend; gehen nur bis zur Oberhaut). Seit 2009 müssen laut einer EU-Verordnung der UVA-Strahlen-Schutz (dringen tief in die Lederhaut ein; können in hohen Dosen Sonnenbrand auslösen und für die Entstehung schwarzer Melanome verantwortlich sein) einer Sonnencreme mindestens ein Drittel des UVB-Schutzes beinhalten (Verhältnis 1:3). Durch eine Mischung von mineralischen und chemischen Filter ist das bei Cremes mit höherem LSF problemlos gegeben – Achtung, vorsichtshalber auf das kreisförmige UV-A-Logo achten!!! Bei reinen mineralischen Filtern lässt die Leistung des UVA-Schutzes mit zunehmendem LSF (ab 30) leider ab. Deshalb bestehen die Cremes mit einem hohen LSF entweder aus einer Mischung physikalischen/chemischen Filter oder haben nur chemische Filterstoffe.

Wasserfest bedeutet: wenn der gemessene LSF nach 2x20 minütigem Baden u.ä. noch halb so hoch ist, wie vor dem Wasserkontakt

Extra Wasserfest heißt: der LSF beträgt nach 4x20 minütigen Kontakt mit Wasser die Hälfte des angebenden LSF direkt nach dem Auftragen

Vorsichtshalber bei Baby- und Kindersonnencremes auf Folgendes achten:

  • frei von Parfüm, Farb- und Konservierungsstoffe
  • feuchtigkeits- und fettspendend
  • dermatologisch geprüft
  • bei einer Mischung von mineralischem und chemischen Filter (ab LSF 30) auf die chemischen Filtersubstanzen achten – o.g. Stoffe meiden

Passend dazu hat gerade Ökotest Kindersonnenschutzmittel getestet:

Wie creme ich richtig ein?

Experten empfehlen das großflächige Eincremen erst ab einem Jahr!!! Das hängt einerseits damit zusammen, dass bei den Kleinsten der „Schwitzmechanismus“ noch nicht richtig funktioniert. Das Eincremen mit Sonnenschutz erschwert das Schwitzen zusätzlich, womit Kinder unter einem Jahr Probleme bekommen können. Andererseits enthalten Sonnencremes bedenkliche Bestandteile (siehe chemischer Filter), die über die Haut aufgenommen werden. Babys haben im Gegensatz zum Erwachsenen prozentual mehr Hautoberfläche und nehmen somit mehr von den Wirkstoffen auf. Da die Sonneneinstrahlung inzwischen aber so stark ist, sollten unter einem Jahr Hautstellen, die direkt der Sonne ausgesetzt (z.B. Hände) und nicht durch Kleidung bedeckt sind, mit Sonnenschutz geschützt werden.

Weiteres

  • steht auf dem Produkt „Sofortschutz“ besteht sofort nach dem Auftragen der Sonnenschutz
  • ansonsten die Creme 30 Minuten vorher auftragen, damit sich der Schutz voll entfalten kann (laut BfR „ Bundesinstitut für Risikobewertung“ sehen Experten kein Muss in das vorzeitige Eincremen, meinen aber das sich das Sonnenschutzmittel nach dem Auftragen auf der Haut besser verteilt und damit ein gleichmäßiger Schutz entsteht)
  • alle 2 Stunden bzw. nach Wasserkontakt nachcremen
  • Sonnencreme großzügig auftragen (Faustregel: 2 Milligramm / Quadratzentimeter Haut; entspricht ca. 1 EL für ein 2jähriges Kind)
  • es wird angenommen, dass die Schutzwirkung nachlässt, wenn die Creme in die Haut eingerieben wird – deshalb lieber als dünnen Film auftragen
  • unbedingt Ohren, Nase, Füße einschließlich Zehen (eventuell auch Fußsohlen) und Nacken eincremen

Tipp: Wenn Ihr die Sonnencreme öffnet, schreibt Euch das Öffnungsdatum auf die Packung. Sonnencreme aus dem Vorjahr muss nicht unbedingt weggeworfen werden. Sie ist nach der Öffnung so lange haltbar wie auf dem Produkt angegeben. Vorausgesetzt die Creme riecht noch einwandfrei und hat sich noch nicht entmischt.

Brauchen Kinder bei der Hitze zusätzliche Flüssigkeit?

Diese Frage bekomme ich in meinen Kursen bzw. in der Stillberatung sehr oft gestellt. Bei einem vollgestillten Baby bzw. einem Baby, welches ausschließlich PRE-Nahrung erhält, kann ich diese Frage verneinen. Trinken ist wichtig, aber grundsätzlich signalisiert ein Baby/Kleinkind, wenn es trinken möchte und muss. Das gestillte Baby kommt bei großer Hitze einfach häufiger und löscht seinen Durst kurz an der Brust. Sobald das Kind Beikost bekommt, kann zusätzliche Flüssigkeit sinnvoll sein (wobei auch hier die Brust die erste Wahl sein kann, wenn frau mag). Zuviel Wasser und/oder ungesüßter Tee (andere Getränke sollten vorzugsweise nicht gewählt werden) können den Körper belasten und zu einer Überhydrierung führen. Die Nieren von Säuglingen sind noch nicht richtig voll entwickelt und verarbeiten deshalb die größeren Mengen an Flüssigkeit nicht schnell genug. Wichtige Elektrolyte werden ausgeschwemmt. Eine zu hohe Verdünnung des Salzes Natrium im Blut resultiert daraus und das Mischungsverhältnis zwischen Salz und Wasser gerät aus dem das Gleichgewicht. Symptome wie Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit, Lethargie und aufgedunsener Körper sind die Folgen (bitte sofort ins Krankenhaus fahren!).

Siehe auch - Überhydrierung

Bleibt das Ungleichgewicht bestehen, können noch schwerwiegende Erkrankungen folgen.

Wie kann ich mein Kind bei diesen Temperaturen optimal tragen?

  • vieles von den oben genannten Regeln für den Sonnenschutz/Sonnencreme solltet Ihr auch fürs Tragen im Sommer beachten
  • beim Tragen unbedingt einen Sonnenhut (Nackenschutz) aufsetzen – am günstigsten sind Mützen ohne Schirm, da dieser hinderlich sein kann und der Hut immer wieder vom Kopf gestreift wird
  • bitte denkt immer daran - der Tragehilfenstoff ist wie ein zusätzliches Kleidungsstück
  • die Beine sollten komplett bedeckt sein (beim Tragen rutschen oft die Hosenbeine nach oben) – Alternative: Beinstulpen verwenden
  • einlagige Bindetechniken wählen
  • Tragetuch am besten aus Baumwolle (manch einer schwört aber auch auf Seide oder Leinen)
  • wenn Ihr und Eures Baby viel schwitzen – am besten an Wechsel-shirt oder –body mitnehmen
  • eine Mullwindel zwischen beiden Körper kann Abhilfe schaffen

Wichtiges

Einen wichtigen Punkt möchte ich noch gern ansprechen – bitte lasst Eure Kinder (und Tiere) niemals allein im Auto!!!! Eltern unterschätzen immer wieder, wie schnell sich ein Auto aufheizen kann. Ein amerikanisches Forscherteam hat dazu ein Experiment gemacht und die Ergebnisse detailliert aufgelistet. Die folgende Grafik soll Euch einmal zeigen, wie lebensgefährlich der alleinige Aufenthalt in Auto sein kann. 



Diese Daten sollen als Warnung gesehen werden und dienen nicht als Maßstab.

Weitere Informationen, Videos und Bilder zu diesem Thema findet Ihr auch auf der Seite www.liliput-lounge.de

Ich wünsche Euch allen einen wundervollen Sommer - genießt die sonnigen Momente im Leben.

Eure Sabine



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