Familienalltag - FamiLIEnleBEn

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Über die Stille

FamiLIEnleBEn
Herausgegeben von in Allgemein ·
Ich liebe die Stille, aber erst seit dem ich Mutter und älter geworden bin.  Früher mochte ich Geräusche um mich herum – Musik im Hintergrund, das Lachen anderer Menschen… 

Wahrscheinlich liebe ich auch deshalb meinen Beruf, weil ich gern unter Menschen bin und es deshalb es nie um mich leise ist.
 
Doch mit der Geburt des ersten Kindes hat sich meine Einstellung zur Stille verändert und auch mit dem zweiten Kind vollzog sich eine erneute Veränderung. Tag (und teilweise auch nachts) gab es Töne – laute, leise, schrille, kreischende, lachende, singende, weinende, von Kassette in Dauerschleife abgespulte Hörspiele und viele andere Geräusche mehr. Plötzlich mochte ich die leisen Momente (und wenn es nur allein auf Toilette war) und suche öfter einmal die Möglichkeit nach Rückzug, um die Stille zu genießen. Aber wer selbst Kinder hat, weiß wie rar solche Gelegenheiten sind und deshalb immer kostbarer werden. Selbst in meiner Arbeit sehne ich mich manchmal nach stillen Augenblicken und führte in „lauten“ Minuten eine „Nur-Beobachtungssequenz-ohne-Sprechen“ ein.
 
Deshalb waren die letzten Tage wie ein Schatz für mich. Wir hatten Familienzeit – ohne Fernseher und Handy- und, Internetempfang. Und nachdem alle den ersten „Schock“ überwunden hatten, konnten wir alle diese Kostbarkeit genießen. Kein ständiges Klingeln und Piepsen, sondern Vogelgezwitscher, der Wind in den Bäumen, rauschende Blätter. Eine andere Geräuschkulisse, die uns alle zur Ruhe führte. Die Welt, um uns herum, erzählte uns ihre eigene Geschichte. Man musste nur noch zuhören…
 
An solchen Tagen wird mir immer wieder bewusst, wie viel Zeit wir am Tag mit den neuen Kommunikationsmitteln verbringen und wie sehr ich mir eine stille Auszeit wünsche. Nicht dass wir die ganze Zeit mit dem Handy verbringen, aber im Alltag ist der Griff zum Telefon schnell getan. Schließlich möchte ich schnell reagieren, wenn eine Mutter/Vater ein Problem hat oder sich eine Familie für einen Kurs interessiert. Doch bedeutet bewusste Handy-Auszeit nicht erreichbar sein? Eher nicht, schon jetzt praktizieren wir das „Handyverbot“ während des Familienessens, um die volle Aufmerksamkeit allen in der Familie zu schenken und den Fokus auf den Genuss des Essen zu haben. Und meine Kurseltern wissen, dass ich sie jederzeit zurückrufe, wenn ich nicht gleich ans Telefon gehe.
 
Handy und Co. ist in unserer heutigen Zeit einfach nicht mehr wegzudenken – sie gehören einfach dazu. Viele Eltern und Kinder nutzen heutzutage u.a. soziale Netzwerke, um sich mit anderen auszutauschen und sich zu informieren. Und auch ich möchte sie auch nicht missen. Aber müssen wir immerzu aktuell und „on“ sein? Ich kann nur für mich sprechen und muss sagen, dass es mir gut tut, wenn ich nicht ständig aufs Handy schaue. Und deshalb werde ich mir bestimmt öfter mal eine kleine Auszeit gönnen – eine Zeit, wo Telefon und Computer „AUS“ sind.
 
Eure (am Rechner sitzende) Sabine :-)
 
PS. Wie geht Euch – fühlt Ihr Euch wohl, wenn Ihr stets und ständig informiert sein oder könnt Ihr Euch auch einmal vorstellen, dass alles aus bleibt? 



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